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Stillen & Schwangerschaft

Stillen während der Schwangerschaft: Dein Ratgeber für eine sichere Zeit

Du darfst dein Kind meistens ohne Bedenken weiterstillen, wenn du erneut schwanger bist oder einen neuen Kinderwunsch hast. Dein Körper schützt die Schwangerschaft instinktiv und passt die Nährstoffversorgung so an, dass sowohl das ungeborene Baby als auch das Stillkind gut versorgt sind.

Kinderwunsch und Sicherheit

Stillen während der Schwangerschaft ist für gesunde Frauen absolut sicher und führt nicht zu Komplikationen. Viele Frauen haben die Sorge, dass ein bestehender Kinderwunsch und das gleichzeitige Stillen die Fruchtbarkeit einschränken könnten. Tatsächlich kehrt der Eisprung bei jeder Frau individuell zurück, auch wenn sie noch voll stillt.

Eine stillende Mutter muss keine Angst vor einer Fehlgeburt durch das Stillen haben. Die Hormone, die beim Saugen des Kindes freigesetzt werden, reichen bei einer stabilen Schwangerschaft nicht aus, um echte Wehen auszulösen. Dein Körper priorisiert die Versorgung des Embryos in der Gebärmutter. Achte auf Warnzeichen wie starke Unterleibsschmerzen oder Blutungen und besprich diese sofort mit deinem Frauenarzt.

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Tandemstillen im Wochenbett

Tandemstillen bedeutet, dass nach der Geburt beide Kinder an der Brust trinken. Besonders im ersten Wochenbett mit 2 Kindern ist dies eine große emotionale Hilfe für das ältere Geschwisterkind. Es fühlt sich weiterhin geborgen und weniger verdrängt durch das neue Baby.

Dein Körper produziert nach der Geburt wieder das wertvolle Kolostrum, das für das Neugeborene lebenswichtig ist. Das ältere Stillkind profitiert ebenfalls von den Antikörpern in dieser Phase. Meist regelt sich die Milchmenge durch das Saugen beider Kinder innerhalb von 3 bis 5 Tagen ein. Hier findest du eine Übersicht zur Vorbereitung:

Aspekt Tipps für den Start
Vorrang des Babys Das Neugeborene trinkt zuerst am Kolostrum.
Hygiene Kein Problem, da die Brustwarzen antibakteriell sind.

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Körperliche Belastung und Stillförderung

Dein Körper leistet während dieser Zeit Höchstarbeit und benötigt zusätzliche Energie. Eine professionelle Stillförderung durch eine Hebamme kann dir helfen, deine Kräfte richtig einzuteilen. Sie gibt dir Tipps zur Ernährung und zur Pflege deiner empfindlichen Brustwarzen.

Oft wird das Stillen im 2. Trimester als unangenehm empfunden, da die Haut dünner und sensibler wird. Du kannst deine Brust mit sanften Ölen pflegen und auf eine korrekte Anlegetechnik achten. Wenn dein Kind früher öfter gestillt wurde, reicht es manchmal aus, die Dauer der Stillmahlzeiten etwas zu verkürzen. Das entlastet dein Gewebe und schont deine Nerven.

Milchmenge und Milchpumpen

Die Milchmenge geht bei fast allen Frauen ab der 16. Woche deutlich zurück. Dies liegt an der hormonellen Umstellung, die den Fokus auf die neue Schwangerschaft legt. Die Nutzung von Milchpumpen bringt in dieser Zeit meist nicht den gewünschten Erfolg bei der Steigerung der Menge.

Das liegt daran, dass die hormonelle Steuerung die Produktion drosselt, egal wie oft du pumpst. Viele Kinder bemerken auch den salzigeren Geschmack der Milch und trinken von sich aus weniger. Wenn dein großes Kind bereits feste Nahrung isst, ist die geringere Milchmenge kein Problem für seine Sättigung. Biete ihm zusätzlich Wasser oder ungesüßten Tee an, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken.

Ein stillfreundlicher Alltag

Ein stillfreundlich gestalteter Alltag hilft dir, die Müdigkeit der Schwangerschaft besser zu bewältigen. Nutze die Stillzeiten ganz bewusst als Ruhepausen für dich und dein Kind. Du kannst dich im Liegen ausruhen, während dein Kind trinkt, was deinen Rücken und das Becken schont.

Schaffe dir eine gemütliche Ecke mit Kissen, die deinen wachsenden Bauch stützen. So vermeidest du Verspannungen und kannst die Nähe zu deinem Kind genießen. Erkläre deinem Kind ruhig, dass Mama jetzt Pausen braucht und ihr im Sitzen oder Liegen kuschelt. Das fördert das Verständnis und stärkt eure Verbindung in dieser spannenden Zeit der Veränderung.

Die Entscheidung: Abstillen oder Weiterstillen

Die Entscheidung zum Abstillen ist oft ein emotionaler Prozess für Mutter und Kind. Wenn die Schmerzen zu stark werden oder du dich erschöpft fühlst, ist ein sanfter Abschied von der Stillzeit völlig in Ordnung. Dein Kind spürt deine Gefühle und wird sich mit deiner liebevollen Begleitung an die neue Situation gewöhnen.

Ersetze die gewohnten Stillmahlzeiten durch neue Rituale, wie gemeinsames Vorlesen oder Kuscheln. Falls deine Brust nach dem Abstillen spannt, kannst du kleine Mengen ausstreichen, um Erleichterung zu finden. Vertraue auf dein Bauchgefühl und lass dich nicht von Außenstehenden unter Druck setzen. Jede Stillbeziehung ist einzigartig und darf genau so enden, wie es für euch beide am besten passt.

*Wir möchten darauf hinweisen, dass die Entwicklung deines Kindes ganz individuell ist und jedes Kind andere Bedürfnisse hat. Unser Ratgeber gibt dir eine Orientierung, ist aber kein Ersatz für ein ärztliches Gespräch. Wir raten dir, deine gesundheitlichen Fragen immer mit deiner Kinderärztin/deinem Kinderarzt zu besprechen.