Baby schwitzt am Kopf: Ursachen und einfache Hilfe
Dein Baby schwitzt oft am Kopf und du machst dir vielleicht Sorgen. Das ist meist ein sehr gesundes Zeichen, da ein Säugling überschüssige Wärme fast nur über das Köpfchen abgibt. Dein Kind nutzt diese kluge Funktion, um die eigene Körpertemperatur sicher zu regulieren und sich abzukühlen.
Inhaltsverzeichnis:
Warum schwitzen Babys am Kopf?
Ein Neugeborenes hat noch keine voll entwickelten Schweißdrüsen am restlichen Körper. Daher findet die gesamte Schweißbildung in der 1. Zeit fast komplett über das kleine Köpfchen statt.
Nach der Geburt muss sich dein Kind an die völlig neue Welt außerhalb vom warmen Mutterleib gewöhnen. Die wichtige Wärmeregulation funktioniert dabei am besten über die große Hautoberfläche am Kopf. Das Körpervolumen ist im Vergleich zum Kopf noch sehr klein. Hier wird also die meiste Hitze an die kühlere Umgebung abgegeben. Du siehst dann schnell kleine Schweißperlen auf der Stirn stehen. Typische Momente für starkes Kopfschwitzen sind eine zu dicke Mütze an warmen Tagen, intensives Weinen bei Müdigkeit oder nahes Kuscheln mit dir auf dem Sofa.
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Schwitzen beim Stillen und Schlafen
Trinken ist für dein Baby wie anstrengender Sport. Der enge Körperkontakt wärmt euch beide zusätzlich enorm auf.
Wenn dein Baby beim Stillen nah an dir liegt, wärmen sich eure Körper gegenseitig stark auf. Auch die tiefen Phasen im Schlaf erfordern unglaublich viel Energie. Das kindliche Gehirn verarbeitet nachts unzählige neue Eindrücke. Du bemerkst dann vielleicht ein nasses Kissen oder schwitzig feuchte Haare. Eine sichere Schlafumgebung ist hier besonders wichtig. Du schützt dein Kind so vor einer gefährlichen Überwärmung oder sogar dem plötzlichen Kindstod. Gute Beispiele für solche wärmenden Situationen sind nasse Haare direkt nach dem Aufwachen, ein feuchter Rücken im Tragetuch oder plötzliche Schweißausbrüche direkt nach dem Andocken an die Brust.
Trage beim Kuscheln atmungsaktive Kleidung und lege 1 dünnes Spucktuch aus reiner Baumwolle zwischen dich und dein Baby.
Zahnen und feuchte Stirn
Wenn die ersten Zähne durchbrechen, steht der kleine Körper unter sehr großem Stress. Eine feuchte Stirn ist dann eine völlig normale körperliche Reaktion auf Schmerzen oder starkes Unwohlsein.
Das Zahnen fordert den kleinen Körper extrem heraus. Oft geht dieser anstrengende Prozess mit spürbaren Schmerzen einher. Manchmal begleiten auch kleine harmlose Infekte den Durchbruch der Zähne. Wenn die Körpertemperatur dadurch leicht ansteigt, beginnt dein Kind natürlich sofort zu schwitzen. Typische und häufige Begleiterscheinungen sind stark gerötete Wangen, vermehrter Speichelfluss aus dem Mund, unruhiger Schlaf in der Nacht oder häufiges Kauen auf den kleinen Fingern. Biete deinem Kind 1 kühlen Beißring aus dem Kühlschrank an, um die schmerzenden Stellen im Mund sanft zu beruhigen.
Der einfache Nackentest
Mit dem Nackentest prüfst du innerhalb von wenigen Sekunden die aktuelle Temperatur deines Kindes. So verhinderst du eine ungesunde Überhitzung ganz sicher und besonders schnell.
Die Hände und Füße von Babys sind oft eher kühl. Die feine Durchblutung ist dort in den ersten Lebenswochen noch nicht völlig perfektioniert. Der Nacken ist daher das beste Thermometer für dich im Alltag. Fühlt er sich angenehm warm und trocken an, geht es deinem Baby wunderbar. Ist er jedoch sehr heiß und feucht, ist deinem Baby eindeutig zu warm. Du kannst dann das Raumklima sofort anpassen oder warme Kleidung entfernen.
| Gefühl im Nacken | Bedeutung für dein Baby |
| Warm und trocken | Alles ist bestens. |
| Heiß und nass geschwitzt | Deinem Baby ist zu warm. |
- Fühle sanft mit 2 Fingern im Nacken deines Kindes.
- Entferne sofort eine Schicht Kleidung bei nasser Haut.
- Öffne das Fenster für frische Luft im Zimmer.
Ziehe deinem Baby nachts einen passenden Schlafsack anstelle einer dicken Decke an, um den Körper sicher zu kühlen.
Wann der Weg in die Praxis wichtig ist
Wenn dein Kind extrem stark schwitzt und gleichzeitig sehr krank wirkt, solltest du ärztlichen Rat einholen. Bestimmte Warnsignale bedürfen immer einer genauen Abklärung durch eine kompetente Kinderärztin oder einen Facharzt.
Meistens ist starkes Kopfschwitzen eine völlig harmlose Sache in der Entwicklung. Manchmal steckt aber doch etwas mehr dahinter, was du sicherheitshalber abklären solltest. Wenn dein Baby beim Trinken unglaublich schnell erschöpft ist, kann in sehr seltenen Fällen ein angeborener Herzfehler die Ursache sein. Auch eine auffällige Teilnahmslosigkeit am Tag ist ein wichtiges Zeichen für den Kinderarzt. Weitere deutliche Signale für ärztliche Hilfe sind plötzliche Atemnot beim Trinken, blaue Lippen nach dem Aufwachen, extremes Schwitzen ganz ohne Anstrengung oder eine sehr starke Trinkschwäche. Gehe bei solchen Unsicherheiten lieber einmal mehr zur Kontrolle in die Praxis.
Weitere Ratgeber
*Wir möchten darauf hinweisen, dass die Entwicklung deines Kindes ganz individuell ist und jedes Kind andere Bedürfnisse hat. Unser Ratgeber gibt dir eine Orientierung, ist aber kein Ersatz für ein ärztliches Gespräch. Wir raten dir, deine gesundheitlichen Fragen immer mit deiner Kinderärztin/deinem Kinderarzt zu besprechen.